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Vertragsarten

Im Wirtschaftsleben spielen folgende Vertragsarten des BGB eine wichtige
Rolle. Hier werden den Vertragsgegenstand und die Pflichten der Vertragspartner aufgezählt.

  • Kaufvertrag (§§ 433 – 479): Erwerb eines Gegenstandes gegen Entgelt. Der Verkäufer muss den Gegenstand übergeben, den Kaufpreis annehmen und dem Käufer das Eigentum am Gegenstand verschaffen. Der Käufer muss den Gegenstand annehmen und den Kaufpreis bezahlen.
  • Werkvertrag (§§ 631 – 650): Herstellung eines Werkes gegen Entgelt. Der Unternehmer schuldet einen bestimmten Arbeitserfolg, der Besteller muss den Stoff beschaffen, das Werk annehmen und die vereinbarte Vergütung bezahlen.
  • Werklieferungsvertrag (§ 651): Herstellung eines Werkes,zu dem der Unternehmer den Stoff liefert. Der Unternehmer schuldet die Herstellung des Werkes. Der Besteller muss das Werk annehmen und die vereinbarte Vergütung bezahlen.
  • Dienstvertrag (§§ 611 – 630): Leistung von Diensten gegen Entgelt. Der Arbeitnehmer schuldet die Verrichtung der Arbeit – anders als beim  Werkvertrag wird kein Erfolg geschuldet -, der Arbeitgeber die Bezahlung der vereinbarten Vergütung. Vom Arbeitsvertrag spricht man bei einerweisungsgebundenen Tätigkeit.
  • Schenkungsvertrag (§§ 516 – 534): Unentgeltliche Zuwendung von Sachen oder Rechten, durch die der Beschenkte bereichert wird. Der Schenker schuldet die Übereignung der Sache; er ist der Verpflichtete aus dem Vertrag, der eine Leistung zu erbringen hat. Der Beschenkte muss keine Leistung erbringen, er muss lediglich die Sache annehmen.
  • Mietvertrag (§§ 535 – 580a): Überlassung von Sachen zum Gebrauch gegen Entgelt. Der Vermieter schuldet  die Übergabe der Sache im vertragsgemäßen Zustand, der Mieter die Bezahlung der Miete und die Rückgabe derselben Sache.
  • Pachtvertrag (§§ 581 – 597):Überlassung von Sachen und Rechten zum Gebrauch und Fruchtgenuss gegen Entgelt. Der Verpächter schuldet die Übergabe der Sache im vertragsgemäßen Zustand und der Pächter die Bezahlung der Pacht und die Rückgabe derselben Sache{{1}}[[1]]Bei der Erbpacht (auch Erbbaurecht) wird das vererbliche und veräußerliche Rechte geschaffen, ein Gebäude auf einem fremden Grundstück zu errichten. Dieses Recht wird langfristig verpachtet, in der Regel zwischen 60 und 99 Jahren. Wenn der Vertrag endet, darf das Gebäude nicht ohne angemessene Entschädigung weggenommen werden.[[1]]
  • Leihvertrag (§§ 598 – 606): Überlassung von Sachen zum Gebrauch ohne Entgelt. Der Verleiher schuldet die Überlassung der Sache im vertragsgemäßen Zustand, der  Entleiher die Rückgabe derselben Sache.
  • Sachdarlehensvertrag (§§ 607 – 609}: Unentgeltliche oder entgeltliche Überlassung von vertretbaren Sachen{{2}}[[2]]Vertretbare Sachen sind gleichwertig beschaffen und gegeneinander austauschbar, beispielsweise Geld, Wertpapiere oder ein Neuwagen eins bestimmten Modells und Jahrgangs. Unvertretbare Sachen sind dementsprechend, die über individuelle Eigenheiten im Vergleich zu ähnlichen Sachen verfügen, beispielsweise ein Gebrauchtwagen.[[2]]. Der Darlehensgeber schuldet die Übereignung der Sache und der Darlehensnehmer die Rückgabe einer gleichartigen Sache und eventuell  die Bezahlung des Darlehenszinses.
  • Darlehensvertrag (§§ 488 – 498): Entgeltliche Bereitstellung eines Geldbetrages. Der Verleiher ist verpflichtet, dem Darlehensnehmer die Geldsumme zur Verfügung zu stellen und der Darlehensnehmer muss dem Darlehensgeber Zinsen bezahlen und bei Fälligkeit das Darlehen zurückzahlen.

Der Unterschied zwischen einem Dienst- und einem Werkvertrag ist, dass bei einem Werkvertrag der Erfolg geschuldet wird und bei einem Dienstvertrag lediglich die Verrichtung der Dienste, also nicht der Erfolg. Der Unterschied zwischen einem Dienstvertrag und einem Arbeitsvertrag besteht in der Weisungsgebundenheit. Bei einem Arbeitsvertrag ist man weisungsgebunden, bei einem Dienstvertrag nicht.

Die folgende Tabelle hält den Unterschied zwischen Miet-, Leih- und Sachdarlehensvertrag fest:

 EntgeltlichUnentgeltlich
Rückgabe einer gleichartigen SacheDarlehensvertragDarlehensvertrag
Rückgabe derselben SacheMietvertragLeihvertrag
Der Unterschied zwischen Miete, Leihe und Darlehen

Sobald nicht dieselbe Sache zurückgegeben werden muss, spricht man also immer von  einem Darlehensvertrag, egal ob man sich Geld von der Bank „leiht“ oder eine Tasse Zucker von der Nachbarin.{{3}}[[3]]Genau genommen ist „leihen“ in diesem Satz eigentlich falsch. Und man schließt mit der Nachbarin einen Darlehensvertrag über den Zucker und einen Leihvertrag über die Tasse ab.[[3]]. Wenn man dieselbe Sache zurückgeben muss, mietet man (z.B. ein Auto von einem Unternehmen) gegen Geld oder man leiht sich Sachen (z.B. das Auto des Nachbarn) kostenlos.

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