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Die stille Gesellschaft

Zweck und Rechtsstellung: Ein Kapitalgeber (natürliche oder juristische Person) geht eine vertragliche Vereinigung mit einem Einzelunternehmer ein. Dabei geht die Einlage des Kapitalgebers in das Vermögen des Einzelunternehmers über (§ 230, 2 HGB). Dies nennt man dann „Stille Gesellschaft“. Durch die Beteiligung des stillen Gesellschafters entsteht kein echtes Gesellschaftsverhältnis, sondern ein langfristiges Gläubigerverhältnis mit den Merkmalen einer Teilhaberschaft. Die stille Gesellschaft ist demnach eine unvollkommene Gesellschaft.

Firma: Der Name des stillen Gesellschafters erscheint nicht im Handelsregister und nicht in der Firma (§§ 230 – 236 HGB). Das Gesellschaftsverhältnis ist demnach auch nicht ersichtlich.
Geschäftsführung: Der Einzelunternehmer übt weiterhin die unbeschränkte Geschäftsführung aus. Er ermöglicht aber einem anderen die Beteiligung ohne dass dieser nach außen tritt. Insbesondere wird auch die Höhe der Einlage nicht veröffentlicht. Obwohl der stille Gesellschafter nicht an der Geschäftsführung teilnimmt, ist er berechtigt – wie ein Kommanditist der KG – den Jahresabschluss zu prüfen (§§ 230, 233 HGB).

Risiko und Gewinn: Der stille Teilhaber (Gesellschafter) erhält eine vertragliche} Gewinn- bzw. Verlustverteilung. Die Verlustverteilung kann aber begrenzt oder ausgeschlossen werden (§ 232 HGB).

Auflösung: Die Insolvenz oder Tod des stillen Gesellschafters löst die Gesellschaft nicht auf, wohl aber die Insolvenz der Gesellschaft (§ 234 HGB).

Vorteile: Der Einzelunternehmer hat die Möglichkeit an Kapital zu kommen ohne eine Einschränkung seiner Geschäftsführung hinnehmen zu müssen. Die Möglichkeit, leichter an Kapital zu kommen, ist ein Vorteil gegenüber dem Einzelunternehmer, die geringen Mitspracherechte des stillen Gesellschafters sind ein Vorteil gegenüber OHG und KG.

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