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Staatseingriffe in den Markt

An dieser Stelle sollen Staatseingriffe in den Markt diskutiert werden. Auf der einen Seite kann der Staat marktkonform handeln, indem er die Marktkräfte nutzt. Dies geschieht beispielsweise, wenn er selbst als Anbieter oder Nachfrager auftritt. Er kann Steuern erheben oder Subventionen zahlen. In allen Fällen kann der Marktpreis weiterhin frei auf Änderungen reagieren. Anders sieht das bei nicht-marktkonformen (oder marktkonträren) Staatseingriffen aus: Hier macht der Staat Auflagen oder er erlässt Verbote. Weiter kann er Mindest-, Höchst- oder Festpreise festlegen. Letzteres bedeutet, dass der vorgegebene Preis genau eingehalten werden muss. Damit sind die Marktkräfte ausgeschaltet. Anhand der Abbildung wollen wir die Auswirkungen eines Höchst- und eines Mindestpreises verdeutlichen.

Wirkungen eines Höchst- und eines Mindestpreises
Wirkungen eines Höchst- und eines Mindestpreises

Im Bild (a) ist ein Mindestpreis dargestellt. Mindestpreis bedeutet, dass kein Unternehmen das Gut unter diesem Preis verkaufen darf. Diese Vorschrift ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn der Mindestpreis p_{min} oberhalb des Gleichgewichtspreises p^* liegt. Bei einem niedrigeren Preis als p^* würden die Unternehmen freiwillig einen Preis wählen, der höher liegt. Der Mindestpreis dient damit dem Vorteil der Anbieter, er schadet den Nachfragern. Ein Mindestpreis führt zu einem Überangebot am Markt: Mit steigendem Preis wird mehr angeboten und weniger nachgefragt. Ausgehend von einer Situation mit Angebot gleich Nachfrage beim Preis p^* entsteht dann ein Überangebot in Höhe der Strecke dd. Dieses Überangebot muss beseitigt werden. In der Regel wird dieses Überangebot vom Staat aufgekauft und gelagert, vernichtet oder exportiert. Bestes Beispiel hierfür ist die Landwirtschaftspolitik der EU.

Im Diagramm (b) der Abbildung ist die Einführung eines Höchstpreises dargestellt. Höchstpreis bedeutet, dass die Anbieter höchstens zu diesem Preis verkaufen dürfen. Er macht nur Sinn, wenn er unter dem Gleichgewichtspreis p^* liegt. Läge p_{max} über p^* würden die Anbieter freiwillig einen niedrigeren Preis wählen. Diese Vorschrift schadet den Anbietern; sie ist zum Schutz der Nachfrager gedacht. Bei einem Höchstpreis p_{max} ergibt sich ein Nachfrageüberhang (oder auch eine Angebotslücke) in Höhe der Strecke ee\(: Ausgehend von \(p^* führt eine Preissenkung zu einer Abnahme des Angebots und zu einer Steigerung der Nachfrage. Auch hier muss der Staat aktiv werden. Entweder springt er selbst ein und produziert die fehlende Menge ee, oder er setzt für die Anbieter Quoten fest, so dass keine Angebotslücke entsteht.{{1}}[[1]]In diesem Fall wird der Staat gleichzeitig zu Subventionen greifen müssen, damit die Anbieter nicht pleite gehen.[[1]] Ein anderes Mittel, dass er ergreifen kann, sind Rationierungen: Nicht jeder Nachfrager kann das Gut bekommen. Trotzdem kann sich ein Schwarzmarkt bilden, auf dem das Gut zu höheren Preisen als dem Höchstpreis gehandelt wird. Dies ist dann allerdings illegal.

 

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