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Kreditsicherung: Realkredite (bewegliche Sachen)

Bei Realkrediten erfolgt die Absicherung des Kredits nicht wie bei Personalkrediten  durch weitere Personen (Mithafter), sondern durch den Übergang von Rechten an Sachen. Diese Sachen können beweglich oder unbeweglich sein. Bei beweglichen Sachen unterscheidet man:

  1. Zession oder Sicherungsübereignung: Dem Gläubiger wird vom Schuldner bei der Sicherungsübereignung das bedingte Eigentum an einer mobilen Sache übereignet, die weiterhin in Besitz und Nutzung des Schuldners bleibt. Anders als beim Verkauf oder bei der Schenkung kann der Gläubiger nicht völlig frei über sein Eigentum verfügen. er kann es beispielsweise nicht verkaufen, solange der Schuldner seinen Pflichten nachkommt. Er kann allerdings Dritten gegenüber sein Recht geltend machen, indem er einer Pfändung erfolgreich widersprechen kann. Beim Insolvenzverfahren sind sicherungsübereignete Sachen absonderungsberechtigte Forderungen.
    Bei der Sicherungsübereignung sind die Einigung, dass der Kreditgeber Eigentümer der Sache werden soll, und eine Vereinbarung, dass der Schuldner Besitzer bleibt, nötig. Diese Vereinbarung ist anstelle der Übergabe nötig, damit das Eigentum übergeht. Vorteil für den Kreditnehmer ist die Tatsache, dass er die übereigneten Gegenstände weiterhin nutzen kann, allerdings muss er sorgfältig mit ihnen umgehen und sie versichern, es entstehen ihm dadurch Kosten.
    In dem Fall, dass der Schuldner nicht mehr zahlen kann, ist der Kreditgeber bereits Eigentümer der Sache und benötigt keinen weiteren Titel (wie einen Mahnbescheid o.a.) zur Herausgabe der Sache. Allerdings kann sein Recht mit den Rechten anderer kollidieren. Die Sache kann verkauft{{1}}[[1]]Gutgläubiger Erwerb ist möglich, da der Käufer nicht sieht, dass eine Sache verpfändet ist[[1]], verpfändet, beschädigt oder vernichtet werden.
  2. Lombardkredit: Der Kredit wird durch das Pfandrecht an einer beweglichen Sache gesichert.{{2}}[[2]]Banken können sich bei der Europäischen Zentralbank über einen solchen Kredit gegen Hinterlegung von Wertpapieren im Wege der Spitzenrefinanzierung Geld besorgen.[[2]] Es handelt sich um kurzfristige Kredite, deren Wert unter dem Wert des Pfandes bleiben. Mit dem Kreditvertrag wird ein Vertrag über die Pfandbestellung abgeschlossen. Der Gegenstand wird dem Gläubiger übergeben, der damit Besitzer, aber nicht Eigentümer wird. Er hat das Pfand sorgfältig zu verwahren – sofern nichts anderes vereinbart ist, getrennt von seinem eigenem Eigentum – und zu verwalten. Er darf das Pfand versteigern lassen oder verkaufen, wenn der Schuldner seiner Leistungspflicht nicht nachkommt. Beim Insolvenzverfahren sind pfandrechtlich gesicherte Sachen absonderungsberechtigte Forderungen. Das Pfandrecht erlischt bei Rückgabe des Pfandes, bei Erlöschen der Forderung, für die es bestellt ist – damit ist es akzessorisch -, und bei Verzicht des Gläubigers gegenüber dem Schuldner. Für den Schuldner hat diese Art der Sicherung den Vorteil, dass er nach Rückzahlung des Kredits wieder voll über sein Eigentum verfügen kann. Der Kreditgeber ist gesichert, weil er – vorausgesetzt er nimmt nur Sachen als Pfänder an, die er schnell und einfach veräußern kann – sicher an sein Geld kommt.

 

 

 

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