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Produktionsfaktor Kapital

Unter (Real-)Kapital versteht man alle bei der Erzeugung beteiligten Produktionsmittel (Gebäude, Lagerhallen, Werkzeuge, Maschinen, Anlagen, Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe etc.). Es handelt sich um erzeugte Güter, die nicht unmittelbar dem Konsum dienen. Daher nennt man Kapital auch ein produziertes Produktionsmittel. Geld wird nicht zum Kapital gezählt, es ermöglicht jedoch die Anschaffung von Kapital.

Der Produktionsfaktor Kapital erhält als Entlohnung den Zins.

Kapital kann die Produktivität erhöhen (Produktivität ist Produktion pro Arbeitsstunde). Der Aufbau von Kapital bedeutet in erster Linie Konsumverzicht in der Hoffnung, später mehr konsumieren zu können. Die Unternehmen kommen in der Regel über Banken an Geld für Investitionszwecke. Dieses Geld erhalten die Banken von Haushalten, die ihrerseits Zinserträge dafür bekommen. Das Geld wird in Realkapital umgewandelt. Die Geldbeschaffung durch Investoren nennt man auch Finanzierung, die Umwandlung von Geld in Kapital nennt man Investition.

Investoren können verschiedene Ziele mit ihren Investitionen verfolgen:

  • Ersatzinvestitionen dienen dazu, die Produktion aufrecht zu erhalten (Abschreibungen ersetzen).
  • Rationalisierungsinvestitionen dienen der Kostensenkung, indem die menschliche Arbeit besser eingesetzt werden kann.
  • Erweiterungsinvestitionen dienen der Erhöhung der Kapazität (es kann mehr produziert werden).

Man unterscheidet zudem zwischen Bruttoinvestitionen und Nettoinvestitionen. Es gilt:

    \[\mbox{Bruttoinvestitionen} = \mbox{Nettoinvestitionen}+\mbox{Abschreibungen}\]

Bruttoinvestitionen umfassen die gesamte in einer Periode investierte Summe. Nettoinvestitionen sind der Teil der Investitionen, der zu einer Erhöhung des Kapitals führen. Beispiel: Das Kapital einer Unternehmung hat am Anfang des Jahres einen Wert von 10.000 € Von dem Kapital werden im Laufe des Jahres 10 % unbrauchbar (Abschreibung). Am Anfang des nächsten Jahres ist der Wert des Kapitals auf 12.000 € gestiegen. Es sind die Nettoinvestitionen 2.000 € (Steigerung des Kapitals), die Ersatzinvestitionen 1.000 € (10 % von 10000) und die Bruttoinvestitionen 3.000 €. Die Bruttoinvestitionen und die Ersatzinvestitionen sind niemals negativ. Die Nettoinvestitionen können negativ sein (im Beispiel ist dies dann der Fall, wenn die Bruttoinvestitionen nur 500 € betragen), das Kapital des Unternehmens schrumpft dann (im Beispiel auf 9500 €).

Es kann in verschiedene Sachen investiert werden.

  • Anlageinvestitionen: Maschinen, Gebäude, Ideen etc.
  • Vorratsinvestitionen: Bestände des Umlaufvermögens, Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Vorräte, Lagerbestand (auch unfreiwillig bei geringer Nachfrage).

Kapitalbildung ist wichtig für das weitere Wachstum einer Wirtschaft. Sobald die Nettoinvestitionen negativ sind, sinkt der Kapitalbestand einer Volkswirtschaft und die Wachstumsaussichten sind gering.

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