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Produktionsfaktor Arbeit

Arbeit wird von den Menschen einer Volkswirtschaft bereitgestellt. Sie erhalten dafür den Lohn.Unsere Wirtschaft ist hoch arbeitsteilig. Das bedeutet, dass heute nicht mehr jeder alles macht. Vielmehr sind die meisten Spezialisten auf ihrem Gebiet. Bei der Arbeitsteilung
unterscheidet man verschiedene Begriffe.

  • Berufsbildung: Ausgehend von einer Aufgabenteilung, die es schon sehr früh in menschlichen Zivilisationen gab (Jäger, Sammler, Werkzeughersteller, Kindererzieher etc.), entwickelten sich aus den speziellen Fähigkeiten der Menschen verschiedene Berufe. So entstanden beispielsweise die Berufe des Schmiedes, des Bäckers, des Bauern etc.
  • Berufsspaltung: Innerhalb der bestehenden Berufe kam es (teilweise) zu einer weiteren Spezialisierung (Kupfer-, Gold-, Waffenschmied)
  • Arbeitszerlegung: Ein komplexer Arbeitsgang wird in kleinere „Handgriffe“ unterteilt. Bestes Beispiel ist die Entwicklung des Fließbandes, an dem die Arbeiter nur klar abgegrenzte Handlungen immer wieder wiederholen müssen.

Berufsbildung und Berufsspaltung werden auch gesellschaftliche Arbeitsteilung genannt, die Arbeitszerlegung betriebliche (oder technische) Arbeitsteilung.

Von der Arbeitsteilung verspricht man sich u.a. folgende Vorteile:

  • Die Produktivität (= erstellte Güter pro Arbeitsstunde) wird durch Gewöhnung an die Arbeit (Spezialisierung) erhöht. Mehr Güter bedeuten eine bessere Güterversorgung.
  • Einsatz nach Neigung und Fertigkeit: Spezielle Fähigkeiten der Arbeiter können besser genutzt werden.
  • Bei nicht so komplizierten Arbeiten ist die Anlern- oder Ausbildungszeit nicht sehr hoch.
  • Durch die Zerlegung der Arbeit in kleinere Schritte wird der Einsatz von Spezialmaschinen möglich.
  • Einzelne Arbeitnehmer haben durch ihre Spezialisierung Möglichkeiten, eine bessere Entlohnung zu bekommen.
  • Die Unternehmen können ihre Kosten senken, wenn sie niedrigere Löhne für weniger qualifizierte Arbeiter zahlen.

Mit der Arbeitsteilung sind u.a. folgende Nachteile verbunden:

  • Körperliche Schäden durch einseitige Belastung.
  • Seelische Schäden durch eintönige Arbeit.
  • Durch die Entfremdung von der Arbeit (der Einzelne sieht nicht mehr, welchen Teil der Produktion er erfüllt) kann die Motivation und damit die Produktivität sinken.
  • Durch Spezialisierung und Ausbildung an Spezialmaschinen kann es passieren, dass Arbeitnehmer kaum die Möglichkeit haben, den Betrieb zu wechseln. Sie geraten in Abhängigkeit von ihrem Arbeitgeber, weil ihre Berufsmobilität stark herabgesetzt ist.
  • Die Wirtschaft wird anfälliger für Störungen (Beispiel: Streiks bei Zulieferern behindert die Produktion in einer ganzen Branche).
  • Niedrige Löhne bedeuten auch weniger Wohlstand für die Arbeiter.

Vollbeschäftigung ist ein wichtiges wirtschaftspolitisches Ziel. Vollbeschäftigung bedeutet, dass alle Arbeitswilligen einer Volkswirtschaft bei gegebenen Löhnen Arbeit finden. Dieses Ziel ist so gut wie nie zu erreichen, da immer einige Leute arbeitslos sind, z.B. wenn sie gerade die Stelle wechseln. Vollbeschäftigung wird daher definiert als ein Zustand, in dem die Arbeitslosenquote unter 2% liegt und es mehr offene Stellen als Arbeitslose gibt. Die Arbeitslosenquote setzt die Anzahl der Arbeitslosen in Beziehung zum Arbeitskräftepotential (Zahl der insgesamt an Arbeit Interessierten):

    \[\mbox{Arbeitslosenquote}=\frac{\mbox{Zahl der Arbeitslosen * 100}}{\mbox{Zahl der abhaengig Beschaeftigten}+\mbox{Zahl der Arbeitslosen}}\]

Diese Zahl liegt immer zwischen 0 und 100 %.

Als arbeitslos gilt jemand, der arbeitswillig und arbeitsfähig ist, aber in keinem Beschäftigungsverhältnis steht. Amtlich arbeitslos ist, wer

  • sich beim Arbeitsamt gemeldet hat,
  • nicht (oder nur kurz) beschäftigt ist,
  • mehr als eine kurzfristige Arbeit ausüben will,
  • nicht arbeitsunfähig ist und
  • der Arbeitsvermittlung zur Verfügung steht.

Nicht erfasst werden z.B. Frührentner und Umschüler. Die offizielle Arbeitslosenzahl ist geringer als die Zahl der tatsächlich Arbeitslosen. Diese ist z.B. um die Personen höher, die keine Chance auf dem Arbeitsmarkt sehen, und sich deshalb nicht arbeitslos melden oder  die Umschüler und Frührentner. 

Es werden verschiedene Arten der Arbeitslosigkeit unterschieden:

  • Saisonal: durch jahreszeitlich bedingte Schwankungen verursacht (Bau, Touristik)
  • Konjunkturell: durch globale Mindernachfrage verursacht; gibt es verstärkt in Rezessionsphasen
  • Strukturell: durch Mindernachfrage in einer Branche verursacht (z.B. Kohle, Stahl, Werften, Textilien)
  • Technologisch: Ersatz menschlicher Arbeit durch Maschinen (z.B. Automation)
  • Friktionell: Es werden ständig Arbeitskräfte freigesetzt, z.B. durch Schließung oder Konkurs von Unternehmen oder Stellenwechsel von Arbeitern. Durch die zeitliche Verzögerung bis zum Antritt einer neuen Stelle kommt es zu friktioneller Arbeitslosigkeit.
  • Demographisch: ist durch den Altersaufbau der Bevölkerung verursacht (z.B. Lehrstellenmangel bei geburtenstarken Jahrgängen).

 

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