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Kreditsicherung: Personalkredite

Ein nur durch die Person des Kreditnehmers oder eine andere Person gesicherter Kredit heißt Personalkredit. Ein typischer (ungesicherter) Personalkredit ist der Dispositionskredit. Bei einem verstärkten Personalkredit haften neben dem Kreditnehmer weitere Personen. Je nachdem, wer mithaftet, unterscheidet man

  1. Die Bürgschaft, bei der der Kreditgeber neben dem Kreditvertrag noch einen Bürgschaftsvertrag abschließt. Neben dem Schuldner ist auch der Bürge gegenüber dem Gläubiger für Kreditbetrag und Zinsen verantwortlich. (§ 765 BGB) Der Kreditgeber hat damit für seine Forderung (mindestens) zwei Schuldner, an die er sich halten kann. Allerdings kann er sich nicht gleichberechtigt an die Schuldner halten. Der Bürge kann erst dann in Anspruch genommen werden, wenn der Hauptschuldner ausfällt.Die Bürgschaft kommt durch eine Bürgschaftserklärung des Bürgen und die Annahme durch den Kreditgeber zustande. Die Bürgschaftserklärung kann formfrei sein, wenn der Bürge ein Kaufmann ist und die Bürgschaft zu einem Handelsgeschäft gehört, ansonsten muss die Erklärung schriftlich (§ 766 BGB) abgegeben werden. Allerdings heilt eine Erfüllung der Bürgschaftsforderung diesen Formmangel. Der Bürgschaftsvertrag wird zwischen dem Bürgen und dem Gläubiger geschlossen. Bei der Bürgschaft unterscheidet man zwischen verschiedenen Formen:
    •  Bei der gewöhnlichen Bürgschaft (§ 771 BGB) hat der Bürge das Recht zur „Einrede der Vorausklage“: Er kann verlangen, dass der Gläubiger alle möglichen Wege (außergerichtlich und gerichtlich, also auch per Mahnbescheid), beschreitet, um sein Geld vom Hauptschuldner zu bekommen.
    • Bei der „Ausfallbürgschaft“ muss vor Inanspruchnahme des Bürgen eine Zwangsvollstreckung in das Vermögen des Schuldners unternommen worden sein. Erst nach erfolgter erfolgloser Zwangsvollstreckung kann der Bürge in Anspruch genommen werden.
    • Bei der selbstschuldnerischen Bürgschaft verzichtet der Bürge auf das Recht zur „Einrede der Vorausklage“ (§ 773 BGB). Der Gläubiger kann direkt den Bürgen in die Zahlungspflicht nehmen, wenn der Hauptschuldner nicht leistet. Die Einrede zur Vorausklage ist auch ausgeschlossen, wenn die Rechtsverfolgung des Hauptschuldners durch Wohn- oder Geschäftsortwechsel erschwert wird, das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Hauptschuldners eröffnet wurde und wenn zu vermuten ist, dass die Zwangsvollstreckung in das Vermögen des Hauptschuldners nicht erfolgreich sein wird.
    • Bei der gesamtschuldnerische Bürgschaft (§ 769 BGB) haftet eine Gruppe von Personen gesamtschuldnerisch gegenüber dem Gläubiger.
  2. Zession oder Forderungsabtretung.
    Zession
    Ablauf einer Zession

    Eine Zession kommt durch Kreditvertrag und formfreien Zessionsvertrag zustande. Im Rahmen einer Zession werden bestimmte Rechte abgetreten. Angenommen die Braucht-Geld AG schließt mit der Geld-im-Überfluss GmbH einen Kreditvertrag ab, aus dem sie eine gewisse Summe Geld erhält. Sie kann ihrem Gläubiger der Geld-im-Überfluss GmbH – nun eine Zession als Sicherheit anbieten. Sie kann eine Forderung, die sie beispielsweise gegenüber der Arme-Schlucker KG hat oder in Zukunft erwirbt, an die Geld-im-Überfluss GmbH abtreten. Die Geld-im-Überfluss GmbH wird damit Gläubiger der Arme-Schlucker KG, wenn die Braucht-Geld AG ihren Verpflichtungen aus dem Kreditvertrag nicht nachkommt. Der Kreditgeber – die Geld-im-Überfluss GmbH – nennt man auch Zessionar, die Braucht-Geld AG heißt Zedent. Man unterscheidet verschiedene Formen der Zession:

    • offene Zession: Die Arme-Schlucker KG weiß von dem Forderungsübergang auf die Geld-im-Überfluss GmbH. Die Arme-Schlucker KG kann sich von ihrer Schuld nur durch Zahlung an die Geld-im-Überfluss GmbH befreien.
    • stille Zession: Die Arme-Schlucker AG wird über den Forderungsübergang nicht informiert. Für sie ändert sich nichts an ihrer Stellung im Vergleich zur Situation ohne Zession. Leistet die Arme-Schlucker in Unkenntnis der Abtretung an die Braucht-Geld AG, befreit sie sich dadurch von ihrer Leistungspflicht.
    • Globalzession: Es werden nicht einzelne Forderungen abgetreten, sondern Forderungsgruppen (z.B. alle Kunden im Rheinland oder alle Kunden von A bis G). Die Forderungen gehen im Moment des Entstehens auf den Zessionär über.
    • Mantelzession: Es wird eine bestimmte Summe an Forderungen abgetreten. Die abgetretenen und genau bezeichneten Forderungen werden dann in einer Liste (sogenannte Debitorenliste) dem Vertrag beigefügt. Der Zessionär muss die Debitorenliste genehmigen, erst dann gilt die Abtretung. Wird eine der Forderungen beglichen, so muss eine andere Forderung abgetreten werden.
  3. Avalkredit ist ein Bürgschaftskredit, bei dem eine Bank eine selbstschuldnerische Bürgschaft für einen Kunden übernimmt. Die Bank wird mit einem Avalkreditvertrag, der zwischen ihr und dem Kreditnehmer geschlossen wird, und einem Bürgschaftsvertrag, der zwischen Bank und Gläubiger geschlossen wird, zum Bürgen ihres Kunden. Die Bank bekommt dafür eine Avalprovision.
  4. Akzeptkredit ist eine Form des Kredits, bei dem sich eine Bank für einen Kunden durch einen Wechselakzept verbürgt.. Der Kunde zieht einen Wechsel auf die Bank und erhält so – aus Sicht der Bank – einen Kredit, wenn er den Wechsel diskontiert.
  5. Rembourskredit wird hauptsächlich im Außenhandel eingesetzt. Ein Exporteur kann eine Forderung absichern, indem er einen Wechsel auf eine Bank des Kunden zieht. Der Exporteur händigt der Remboursbank dafür die Warendokumente aus. Der Exporteur hat damit einen Wechsel, den er jederzeit zu Geld machen kann. Der Kunde erhält die Warenpapiere von der Bank und bezahlt die Wechselschulden bei ihr. So kann ein Exporteur ein Zielgeschäft mit einem unbekannten Kunden ohne großes Risiko machen.
  6. Factoring: Der Gläubiger kann seine Forderungen an ein Finanzierungsinstitut (Factor) verkaufen. Dieses tritt anstelle des alten Gläubigers in die Rechte der Kredite ein. Der alte Gläubiger erhält durch dieses Verfahren sofort Geld und das Risiko geht zur Gänze auf das Finanzierungsinstitut über. Dafür muss der Gläubiger dem Factor allerdings Geld zahlen – ähnlich wie beim Wechseldiskontkredit.
  7. Forfaitierung wird im Außenhandelsgeschäft eingesetzt. Der Exporteur (der Forfaitist) verkauft eine kurz– oder mittelfristigen Exportforderung an ein Spezialinstitut (den Forfaiteur oder Forderungsnehmer, in der Regel eine Bank). Kommt der Schuldner im Ausland seinen Pflichten nicht nach, kann nicht auf den Exporteur zurückgegriffen werden. Daher verlangt der Forfaiteur in der Regel einen Wechsel. vom Schuldner bzw. eine Garantie (z.B. Bürgschaft) einer Bank. Durch dieses Instrument wird der Außenhandel risikoloser für Exporteure, da das Risiko und die Überwachung der Aktivitäten des Schuldners vom Forfaiteur übernommen wird.
  8. Wechseldiskontkredit: Man kann Wechsel vor Fälligkeit bei einer Bank einreichen, um den Wechselbetrag abzüglich anfallender Zinsen und Gebühren zu bekommen. Diesen Vorgang nennt man vorfristige Einreichung von Wechseln oder Diskontierung des Wechsels. Die Bank kann sich das Geld beim Aussteller des Wechsels am Fälligkeitstag wiederholen: Im Falle des Platzens des Wechsels kann sich die Bank an alle Vorbesitzer des Wechsels halten.

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