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Das Volkseinkommen

Durch den Produktionsprozess entstehen Einkommen. Der Produktionsfaktor Arbeit bekommt den Lohn, Kapital den Zins und Boden die (Grund-)Rente. Diese Einkommen bezeichnet man auch als ursprüngliche Einkommen. Die Summe dieser Einkommen, die die Unternehmen an die Produktionsfaktoren zahlen, zuzüglich des Gewinns der Unternehmen bezeichnet man als Volkseinkommen. Der Staat ändert diese Einkommensverhältnisse durch Steuern und Umverteilung (abgeleitete Einkommen). Das Volkseinkommen wird aufgeteilt in das Einkommen aus abhängiger Beschäftigung (Lohneinkommen) und das Einkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen (Zins, (Grund-)Rente, Gewinn).

Die Löhne sind bei uns Ergebnis eines Verhandlungsprozesses zwischen den Tarifparteien. Sie ergeben sich ohne politische Einflussnahme. Die Interessen der beiden Tarifparteien (Arbeitgeber und Arbeitnehmer) sind entgegengesetzt. Die Arbeitnehmer sind eher an hohen Löhnen interessiert, die Arbeitgeber an niedrigen.

Ausgezahlt wird der Nominallohn; dies ist der in Geld ausgedrückte Lohn. Interessant ist  jedoch der Reallohn. Hier wird durch die Inflationsrate der Wertverlust des Geldes berücksichtigt.

Der Zins ist der Preis für die Nutzung des Kapitals. Er wird an die Kapitalbesitzer gezahlt. Für die Nutzung des Bodens wird die (Grund-)Rente bezahlt.

Die Gesamtheit dieser Einkommen nennt man Volkseinkommen:

Das Volkseinkommen ist die Summe aller Einkommen, die in einem Jahr den Einwohnern als Einkommen aus der Produktion zufließen. Es wird auch Nettonationaleinkommen zu Faktorkosten{{1}}[[1]]Faktorkosten deshalb, weil es die Kosten für die Produktionsfaktoren umfasst.[[1]] genannt.

Diese Einkommen sind Löhne, Zinsen, Grundrenten und Gewinne – also die Einkommen der Produktionsfaktoren und der Gewinn der Unternehmen. Den Gewinn kann man als Preis für den Einsatz des Unternehmers (Arbeitseinsatz, Ideen, Risiko) interpretieren. Nicht zum Volkseinkommen zählen die Sozialtransfers des Staates, wie Rentenzahlungen, Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe, weil sie nicht im Rahmen der Produktion entstehen. Diese gehen in das verfügbare Einkommen ein. Das Volkseinkommen umfasst Einkommen inklusive direkter Steuern und aller Sozialversicherungsabgaben. Renten und Arbeitslosengeld – die aus diesen Versicherungsbeiträgen finanziert werden – würden doppelt gezählt, wenn sie dem Volkseinkommen zugerechnet werden.

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