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Die Unternehmensformen

Ein Unternehmer kann zwischen einer Vielzahl von Unternehmensformen wählen. Welche die für ihn beste ist, hängt unter anderem von Haftungsregeln, Kapitalaufbringung, Bestimmungen zur Geschäftsführung, zur Gewinn-/Verlustverteilung, von Mitbestimmungsregeln und steuerlichen Gegebenheiten ab. Anhand dieser Kriterien sollen die folgenden Unternehmensformen unterschieden werden.

Ganz generell unterscheidet man zwischen Personenunternehmungen,  Kapitalgesellschaften und Genossenschaften.  Die grundsätzlichen Unterschiede zwischen Kapitalgesellschaften und Personenunternehmungen sind in der folgenden Tabelle kurz
zusammengefasst.

 PersonenunternehmungenKapitalgesellschaften
Rechtspersönlichkeitkeineeigene
HaftungPrivatvermögen und GesellschaftsvermögenGesellschaftsvermögen
BeteiligungPersonKapital
LeitungGesellschafter
Selbstorganschaft
Vorstand, Geschäftsführer etc.
Fremdorganschaft
Handelsregistereintragungdeklaratorischkonsitutiv
Organeneinja

Generell wird unterschieden zwischen

Der – vielleicht wichtigste – Unterschied besteht in der Haftung. Bei der Einzelunternehmung, Personengesellschaften und der GbR haftet

  • die Gesellschaft mit ihrem Gesellschaftsvermögen gegenüber den Gläubigern; dieses Gesellschaftsvermögen ist ein Gesamthandvermögen, dass den Gesellschaftern gemeinsam gehört,
  • der Gesellschafter gegenüber der Gesellschaft für die von ihm aufzubringende Summe, die im Gesellschaftvertrag vereinbart ist und
  • der/die Gesellschafter gegenüber den Gläubigern{{1}}[[1]]Ausnahme ist hier der stille Teilhaber; er haftet nicht gegenüber Gläubigern.[[1]]
    1. persönlich, direkt, unmittelbar oder primär: Der Gesellschafter haftet als Einzelperson,
    2. unbeschränkt: Er haftet mit seinem  gesamten Privatvermögen{{2}}[[2]]Ausnahme hiervon sind die Kommanditisten einer KG, wenn ihre Haftsumme in das Handelsregister eingetragen ist.[[2]] und
    3. solidarisch oder gesamtschuldnerisch:{{3}}[[3]]Dies gilt nicht bei der Einzelunternehmung, da diese nur einen Gesellschafter hat.[[3]] Jeder Gesellschaft hat auf Verlangen eines Gläubigers für die Gesamtsumme aufzukommen.

Bei Kapitalgesellschaften und Genossenschaften gibt es die Haftung des Gesellschafters gegenüber Gläubigern grundsätzlich nicht, mit der Ausnahme der Komplementäre einer KGaA. Zudem ist hier das Unternehmen als juristische Person in der Lage, eigenes Vermögen zu halten, so dass es mit seinem eigenen Vermögen auch haften kann. Die Haftung erstreckt sich im übrigen nicht auf das Grund- oder Stammkapital, sondern auf das tatsächliche Vermögen, das höher oder niedriger sein kann als der Betrag, der im Gesellschaftsvertrag festgehalten ist.

Neben diesen genannten Unternehmensformen gibt es noch weitere. So existiert eine Europäische wirtschaftliche Interessenvereinigung (EWIV). Diese soll die Interessen ihrer Mitglieder fördern. Sie ähnelt deshalb einer Personengesellschaft, weil ihre Gesellschafter unbeschränkt, direkt und solidarisch haften.  Die GbR ist im eigentlichen Sinne keine Unternehmensform. Allerdings taucht sie im Geschäftsleben hin und wieder auf. Sobald der Betrieb einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Betrieb erfordert oder wenn die Gesellschafter eine Eintragung in das Handelsregister vornehmen, wird aus der GbR eine OHG oder KG. Eine weitere Form, die Unternehmen wählen können und die den Kapitalgesellschaften in vielen Punkten ähnlich ist, ist die eingetragene Genossenschaft (eG).

Die Kapitalgesellschaften unterliegen der Körperschaftsteuer, d.h. dass sie Steuern auf den erzielten Gewinn bezahlen müssen. Wird dieser Gewinn an die Kapitalgeber ausgeschüttet, müssen diese für die Ausschüttung ebenfalls Steuern bezahlen – und zwar mit ihrem persönlichen Einkommensteuersatz.  Die Körperschaftsteuer wird dabei angerechnet. Bei Personengesellschaften werden Gewinnausschüttungen mit dem persönlichen  Einkommensteuersatz besteuert.

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