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Die Einkommensverteilung

Eine wichtige volkswirtschaftliche Größe ist die Verteilung des (Volks-)Einkommens. Um sie zu messen, wird die Lohnquote genommen:

    \[\mbox{Lohnquote}=\frac{\mbox{Einkommen aus abhaengiger Arbeit}*100}{\mbox{Volkseinkommen}}.\]

Sie gibt an, wie viel Prozent des Volkseinkommen durch abhängige Arbeit verdient wird oder auch wie hoch der Anteil des Produktionsfaktors Arbeit am Volkseinkommen ist. Denn das Einkommen aus abhängiger (oder nichtselbständiger) Beschäftigung entspricht dem Einkommen des Produktionsfaktors Arbeit.

Diese Größe ist nicht sehr aussagefähig, da die Zahl der Beschäftigten nicht berücksichtigt wird. Diesem Einwand versucht man mit Hilfe der Pro-Kopf-Lohnquote zu begegnen. Diese vergleicht das durchschnittliche Einkommen eines Arbeiters mit dem durchschnittlichen Einkommen aller Einkommensbezieher (und damit auch mit dem durchschnittlichen Einkommen der Zins-, Grundrenten- und Gewinnbezieher).

    \[\mbox{Pro-Kopf-Lohnquote}=\frac{\frac{\mbox{Einkommen aus abhaengiger Arbeit}}{\mbox{Zahl der abhaengig Beschaeftigten}}}{\frac{\mbox{Volkseinkommen}}{\mbox{Zahl aller Beschaeftigten}}}*100.\]

Dabei ist mit „allen Beschäftigten“ die Gesamtheit der Personen gemeint, die Einkommen im Produktionsprozess erzielen, also auch die Kapital- und Bodenbesitzer und die Gewinneinkommensbezieher.

Diese Formel lässt sich umformen, indem man den Doppelbruch auflöst und neu sortiert:

    \[\mbox{Pro-Kopf-Lohnquote}=\frac{\frac{\mbox{Einkommen aus abhaengiger Arbeit}}{\mbox{Volkseinkommen}}}{\frac{\mbox{Zahl der abhaengig Beschaeftigten}}{\mbox{Zahl aller Beschaeftigten}}}*100. \]

Berücksichtigt man die Definition der Lohnquote von oben und die Definition der Arbeitnehmerquote

    \[\mbox{Arbeitnehmerquote}}=\frac{\mbox{Zahl der abhaengig Beschaeftigten}}{\mbox{Zahl der Beschaeftigten}}*100,\]

die den Anteil der abhängig Beschäftigten an der Zahl der Beschäftigten angibt, dann erhält man die Formel für die Pro-Kopf-Lohnquote als:

    \[\mbox{PKLQ}=\frac{\mbox{Lohnquote}}{\mbox{Arbeitnehmerquote}}*100.\]

Beispiel mit Hilfe einer Tabelle:

Zahl der ErwerbstätigenEinkommenArbeitnehmer-
quote
Lohn-
quote
Pro-Kopf-
Lohnquote
Nicht selbständigSelbständigGesamtNicht selbständigSelbständigGesamt
1.0001.0002.00010.00010.00020.00050%50%100%
1.0005001.50010.00010.00020.00066,67%50%75%
1.0001.0002.00020.00010.00030.00050%66,67%133,33%

Eine Quote von 100 % besagt, dass ein abhängig Beschäftigter durchschnittlich genau so viel verdient wie der Durchschnitt der Einkommensbezieher in dieser Wirtschaft – und damit auch so viel wie der durchschnittliche Selbständige. Eine Quote von weniger (mehr) als 100 % drückt aus, dass der Durchschnittsverdienst eines abhängig Beschäftigten kleiner (größer) ist als der Durchschnittsverdienst der gesamten Bevölkerung – und damit auch als der Durschschnittsverdienst eines Selbständigen. Sie sagt aber nicht aus, wie groß der Unterschied zwischen abhängig Beschäftigten und Selbständigen ist. Bei einer Quote von 75 % (im Beispiel) ist das Durchschnittseinkommen der Nichtselbständigen nicht bei \frac{3}{4} des Einkommens eines Selbständigen, sondern \frac{3}{4} des  Durchschnittseinkommens aller.

Kritik an den Quoten:

  • Die Quoten sagen nichts darüber aus, wie gut es einem Nichtselbständigen geht. Wenn er sich für sein Geld nichts kaufen können, nutzt auch eine hohe Quote nichts. Man benötigt also Informationen über die Preise.
  • In beiden Quoten geht es um aggregierte Größen. Dahinter können sich sehr ungleiche Einkommensverteilungen verbergen. Über Gerechtigkeit sagen also beide Quoten nichts aus.
  • Die Pro-Kopf-Lohnquote ist etwas aussagekräftiger, da sie auf den Durchschnittsverdienst eines Nichtselbständigen und nicht – wie die Lohnquote – auf das Einkommen aller Arbeiter abstellt.
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