Suche

Drucken Drucken

Die Besteuerung von Unternehmensgewinnen

Bei der Besteuerung des Unternehmensgewinns muss man zwischen der Besteuerung des Unternehmens selbst (Körperschaftsteuer) und der Besteuerung des Unternehmers (Einkommensteuer) unterscheiden. Beide Steuern sind direkte Steuern, die nicht vom Einkommen abgezogen werden können.

Der Einkommensteuer unterliegen alle natürlichen Personen. Unbeschränkt steuerpflichtig – also mit all ihren Einkünften – sind natürliche Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in Deutschland. Alle anderen natürlichen Personen, die bestimmte Einkünfte in Deutschland erzielen – dazu zählen u.a. Einkommen aus Gewerbebetrieb, Kapitalvermögen oder Vermietung und Verpachtung -, unterliegen ebenfalls der Einkommensteuerpflicht – allerdings beschränkt auf die im Inland erzielten Einkünfte. Bei der Einkommensteuer wird die Steuerpflicht mit dem jeweils gültigen Tarif errechnet. Grundlage der Besteuerung ist die Summe der Einkünfte. Bei Gewerbebetrieben zählt dazu der Gewinn als Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben. Von dieser Steuer sind die Besitzer bzw. Gesellschafter von Personengesellschaften und die Anteilseigner von Kapitalgesellschaften betroffen, wenn es sich um natürliche Personen handelt.{{1}}[[1]]Eine GmbH als Gesellschafter einer KG unterliegt nicht der Einkommensteuerpflicht.[[1]]

Die Körperschaftsteuer ist eine besondere Form der Einkommensteuer, für juristische Personen (insbesondere  Kapitalgesellschaften), andere Personenvereinigungen und Vermögensmassen. Es wird das Einkommen der Körperschaft besteuert. Das Einkommen wird gemäß den Vorschriften des Einkommensteuergesetzes errechnet. Zusätzlich gibt es Bestimmungen des Körperschaftsteuergesetzes zur Behandlung von verdeckten Gewinnausschüttungen.{{2}[[2]]Darunter versteht man beispielsweise den Vorteil, den ein Gesellschaft hat, der ein zinsloses oder zinsgünstiges Darlehen von dem Unternehmen  erhält.[[2]] Auch bei der Körperschaftsteuer kann die Steuerpflicht unbeschränkt (Sitz oder Geschäftsleitung im Inland) beschränkt (Sitz und Geschäftsleitung nicht in Deutschland, aber Einkünfte in Deutschland) sein. Auf die Gewinne – egal ob ausgeschüttet oder nicht – wird ein einheitlicher Satz von 25% angewendet, um die Steuerlast zu errechnen. Ausgeschüttete Gewinne unterliegen anschließend der Kapitalertragssteuer{{3}}[[3]]Dies ist eine Erhebungsform der Einkommensteuer.[[3]], allerdings wird nur die Hälfte der Ausschüttung besteuert.

Prinzipiell werden Gewinne von juristischen Personen damit zweimal besteuert – einmal bei der Entstehung im Unternehmen und einmal bei der Ausschüttung an den Kapitalgeber. Um diese Doppelbesteuerung zu mindern werden Dividenden nur zur Hälfte in  die Bemessungsgrundlage der persönlichen Einkommensteuer übernommen. Damit wird der Steuersatz für diese Einkommen an die Belastung anderer Einkunftsarten angepasst.  Die Körperschaftsteuer ist eine Steuer, über die kontrovers gestritten wird. Eigentlich sollte eine Geldsumme nicht zweimal besteuert werden, wie hier. Ein Argument für die Körperschaftsteuer ist, dass damit die Hinterziehung von Kapitaleinkünften erschwert wird. Allerdings könnte die Einkommensteuer konsequenter ausgelegt werden, damit dieses Problem nicht besteht. Man könnte die Körperschaftsteuer auch als eine Steuer auf die Haftungsbeschränkung der Kapitalgesellschaften ansehen. Die Frage ist dann allerdings, warum der Staat das Unternehmen dafür besteuern sollte und nicht diejenigen, die eigentlich davon profitieren: die Kapitaleigner.

Der Gewinn des Unternehmens unterliegt – zumindest teilweise – zudem der Gewerbesteuer. Dabei ist die Rechtsform des Unternehmens nicht bedeutend. Es wird  nicht die Person des Unternehmens besteuert, sondern der Gegenstand Unternehmen.

Drucken Drucken

Schreibe einen Kommentar