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Der vollkommene Markt

Einen vollkommen Markt finden wir in der Realität nie. Trotzdem ist es sinnvoll, sich eine solche Situation anzuschauen. Auf einem vollkommenen Markt sind folgende Bedingungen erfüllt:

  • Die Güter sind homogen: Sie sind aus Sicht der Konsumenten gleich. Dies gibt es in der Realität sehr selten, weil die Unternehmen bestrebt sind, sich von ihren Konkurrenten zu unterscheiden.
  •  Es darf keine persönlichen Präferenzen geben: Jedem Käufer ist es egal, bei wem er kauft und jedem Verkäufer ist es egal, an wen er verkauft.
  •  Es gibt keine räumliche und zeitliche Differenzierung: Einerseits gibt es keine unterschiedlich großen Wartezeiten und andererseits keine unterschiedlich hohen Transportkosten.  Dies ist vor allem im Versandhandel gegeben.
  • Es herrscht vollständige Information: Jeder weiß alles über den Markt.
  • Anbieter und Nachfrager reagieren sofort.
  • Es gibt viele Anbieter und Nachfrager.
  • Der Staat greift nicht ein.

Nur in diesem Fall erfüllt der Marktpreis immer die hier genannten Funktionen des Gleichgewichtsprreises. Ansonsten kann er sie ebenfalls erfüllen, muss es aber nicht.

Auf einem solchen vollkommenen Markt wird das Gut zum – für die Konsumenten – günstigsten Preis angeboten. Die Anbieter machen gerade eben weder Gewinn noch Verlust. Warum ist dies so? Stellen Sie sich vor, sie wollen Brötchen in der Dortmunder Innenstadt kaufen. Sobald Sie den Markt betreten, wissen sie, was die Brötchen in jeder Bäckerei kosten (vollkommene Information!). Sie wissen auch, dass die Brötchen gleich sind (homogene Güter!). Sie können sich sofort (unendliche schnelle Reaktion!) zu der Bäckerei mit dem günstigsten Angebot begeben (Ihnen ist es egal, wo sie kaufen, also ist der Preis das einzig entscheidende; keine persönlichen Präferenzen). Sie müssen dafür auch keine weiteren Kosten aufwenden (keine räumliche und zeitliche Differenzierung bedeutet, dass Transportkosten keine Rolle spielen!). Die Nachfrager werden also bei dem Anbieter landen, der den niedrigsten Preis fordert. Das wissen die Anbieter natürlich (vollkommenen Information) und sie wissen auch, dass alle anderen Anbieter das wissen und die Nachfrager. Einer kann also am Markt nur überleben, wenn er höchstens so teuer ist wie der billigste Anbieter. Die Anbieter werden sich also in Gedanken bis auf den Punkt herunterkonkurrieren, bei dem sie keinen Gewinn und keinen Verlust mehr machen (alle verfügen über die gleiche Technologie, vollkommene Information!). Folge: Die  Unternehmen machen keinen Gewinn und die Nachfrager können so billig wie möglich einkaufen, vorausgesetzt, das Gut wird überhaupt produziert.

Der Gleichgewichtspreis hat allgemein noch eine andere wichtige Eigenschaft: Bei ihm wird die gesellschaftliche Wohlfahrt maximiert. Unter Wohlfahrt versteht man die Summe aus Konsumentenrente und Produzentenrente.

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