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Der internationale Währungsfonds (IWF)

Der internationale Währungsfonds (IWF, Sitz: Washington, Gründung 1944 in Bretton Woods) ist ein wichtige Institution des Welthandels. Er hat folgende Ziele:

  • Internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Wechselkurse,
  • freie Konvertierbarkeit der Währungen,
  • Stabilisierung der Wechselkurse,
  • Aufhebung der Devisenbewirtschaftung und
  • Schaffung von Möglichkeiten für einen ungehinderten Welthandel.

Dazu wurde von einem Bandbreitensystem mit dem US-\\) als Leitwährung ausgegangen, d.h. das sich der Wert anderer Währungen immer aus ihrem Verhältnis zum \\) ergab. Die Zeit vor 1944 war meistens von festen Wechselkursen gekennzeichnet. Die Bandbreite sollte Abweichungen von 1 %  (ab 1971: 2,25 %) nach oben und unten vom Dollarkurs erlauben. Zu Paritätsänderungen sollte es nur bei fundamentalen  Wechselkursungleichgewichten kommen. Dieses System existiert nicht mehr. Die Goldeinlösungspflicht der US-Zentralbank ist 1971 aufgehoben worden. In der Folge wurde – zumindest im Westen – zu flexiblen Wechselkursen übergegangen.

Jedes Land, das dem IWF beitritt hat eine bestimmte Einlage zu zahlen. Es erhält dafür einen Kreditrahmen und Stimmrecht in den Gremien des IWF. Einzahlung, Kreditrahmen und Stimmrecht hängen von wirtschaftlichen Kenngrößen wie Volkseinkommen und Anteil  am Welthandel ab und werden alle fünf Jahre überprüft. Die Einzahlung muss in eigener Währung und in Devisen oder Sonderziehungsrechten oder in  regulären Kreditfazilitäten erfolgen. Ziehungsrechte sind eine Finanzhilfe des IWF. Durch seine Einzahlung erhält ein Land in Höhe der von ihm in Fremdwährung geleisteten Zahlung: die Reservetranche. Wenn diese Mittel in Anspruch genommen werden, werden die Devisen einfach nur in die Währung des Landes zurückgetauscht. Dies kann nur bei Vorliegen eines Zahlungsbilanzdefizits erfolgen.

Reguläre Kreditfazilitäten sind ein Kredit, den der IWF gewährt. Das Land gibt eigene Währung ab und erhält dafür fremde Währung oder Sonderziehungsrechte. Der Kredit wird abgelöst, indem die Regierung Sonderziehungsrechte oder Fremdwährung in entsprechende Höhe an den IWF zurückzahlt. Diese Kredite werden gesondert geprüft. Die Höhe kann bis zu 100 % der Einzahlung des Landes betragen.

In besonders schweren Fällen gibt es die erweiterte Fondsfazilität. Sie beträgt ebenfalls bis zu 100 % der Einzahlung des Landes. Sie wird erst nach einem aufwändigen Prüfverfahren vergeben. Die Laufzeit beträgt zwischen 12 Monaten und 10 Jahren.

Sonderziehungsrechte können nur von Mitgliedern gehalten werden, die freiwillige Mitglieder des IWF sind. Seit 1994 sind dies alle Mitgliedsstaaten und 15 sogenannte Sonstige Mitglieder (z.B. die Weltbank). Sonderziehungsrechte können von Ländern mit defizitärer Leistungsbilanz in Anspruch genommen werden, sie werden in beliebiger Währung ausgezahlt und sind ein Anspruch gegen die restlichen Mitglieder des IWF. Dazu wendet sich das Land, das Sonderziehungsrechte besitzt, über den IWF an das Land, dessen Währung es haben will. Es Land, das Währung abgeben soll, muss nur den doppelten Betrag seiner Sonderziehungsrechte als Forderungen akzeptieren. Der Anspruch von Sonderziehungsrechten ist zu verzinsen mit einem gewogenen Zinssatz, der die Zinsen der Länder USA, Deutschland, Japan, Frankreich und Großbritannien berücksichtigt.

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