Suche

Drucken Drucken

Buchgeldschaffung

Der Prozess der Buchgeldschaffung wird von den Banken im Zusammenspiel mit den Bankkunden durchgeführt. Dies passiert wie folgt: Nehmen wir an, es gebe nur einen 1.000-€-Schein. Ohne die Möglichkeit der  Banken, Buchgeld zu schaffen, betrüge die Geldmenge nur 1.000 €. Buchgeld wird durch folgenden Vorgang geschaffen:

AktionGeldbestandSichtguthabenGeldmenge (M1)
HaushalteBanken
Kredit 1.000 €1.000 €0 €1.000 €2.000 €
Kunde zahlt 500 € ein500 €500 €1.500 €2.000 €
Kredit 250 €750 €250 €1.500 €2.250 €
Kunde zahlt 250 € ein500 €500 €1.750 €2.250 €
  • Ein Kunde zahlt den 1.000 €-Schein bei einer Bank ein. Dort erhält  er ein Sichtguthaben von 1.000 €. Die Geldmenge beträgt weiterhin 1000 € (Achtung!! Siehe Definition der Geldmenge \(M_{1}\(: Geld im Besitz von Banken zählt nicht zur Geldmenge).
  • Die Bank verleiht das Geld an einen anderen Kunden. Damit steigt die Geldmenge auf 2.000 €: 1.000 € bei dem Kunden, der den Geldschein hat und 1.000 € bei dem Kunden, der das Sichtguthaben hat.
  • Im nächsten Schritt zahlt der Kunde, der das Geld hat 500 € ein. Sein Geldbestand bleibt damit bei 500 € und die Sichtguthaben aller Kunden steigen auf 1.500 €. Die Geldmenge beträgt damit weiterhin 2.000 €.
  • Die Bank vergibt einen Kredit in Höhe von 250 € an einen Kunden. Damit steigt der Geldbestand der Kunden auf 250 € bei unverändertem Sichtguthaben. Die Geldmenge steigt daraufhin ebenfalls um 250 € auf 2.250 €.
  • Eine weitere Einzahlung durch einen Kunden ändert zwar wieder Geldbestand und Sichtguthaben, aber nicht die Geldmenge.

Dieser Prozess lässt sich beliebig lange fortsetzen, so dass die Geldmenge sehr groß werden kann, obwohl es nur einen Geldschein gibt. Das Geld entsteht in dem Moment, in dem die Bank einen Kredit vergibt. Sobald ein Kunde einen Kredit zurückzahlt, sinkt die  Geldmenge; dies ist sogenannte Geldvernichtung.

Probleme gibt es allerdings, wenn ein Kunde sein Sichtguthaben zurückfordert. Dann kann die Bank den Geldschein nicht auszahlen, weil er bei jemand anderem ist. Diesem Problem wird in der Realität damit begegnet, dass die Banken eine Kassenreserve halten und somit nicht die ganzen 1.000 € als Kredit weitergeben, sondern nur einen Teil. Es gibt Erfahrungswerte darüber, welcher Teil der Sichteinlagen täglich von den Kunden zurückgefordert wird. Zudem kann die Bundesbank durch die Änderung des sog. Mindestreservesatzes Einfluss auf diesen Prozess nehmen.

Bei einer Rückzahlung des Kredites wird im übrigen Geld vernichtet. Der Geldbestand bei den Kunden sinkt während sich das Sichtguthaben nicht ändert.

Drucken Drucken

Schreibe einen Kommentar