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Bedürfnis, Bedarf, Nachfrage

Ziel des Wirtschaftens ist es, seine Wünsche zu befriedigen. Sie werden hier als Bedürfnisse verstanden:

Ein Bedürfnis ist ein Mangelgefühl, verbunden mit dem Bestreben, diesen Mangel zu beseitigen.

Wer hungrig ist, entwickelt ein Bedürfnis nach Nahrung. Die Menge der Bedürfnisse  (Wünsche) ist unendlich groß. Sie können nicht alle erfüllt werden. Es werden verschiedene Arten von Bedürfnissen unterschieden. Die Unterscheidungen sind nicht immer eindeutig.

UnterscheidungArtDefinitionBeispiel
DringlichkeitExistenzbedürfnisSicherung der menschlichen ExistenzHungergefühl
LuxusbedürfnisseGehen üb er die Sicherung der menschlichen Existenz hinaus, verzichtbare WünscheUrlaubsreise
KulturbedürfnisseÄhnlich wie LuxusbedürfnisseKino, Bücher, Theater
BewusstheitOffene BedürfnisseBewusst gewordene BedürfnisseHunger
Latente BedürfnisseUnbewusste Bedürfnisse, müssen noch geweckt werden, z B. durch Werbung
Art der BefriedigungIndividualbedürfnisBefriedigung alleine möglichHunger
KollektivbedürfnisBefriedigung nur in Gruppen möglichLandesverteidigung
Bedürfnispyramide
Bedürfnispyramide

Die Abbildung soll verdeutlichen, dass die Existenz- oder Grundbedürfnisse erfüllt werden müssen, bevor die Luxus- und Kulturbedürfnisse gestillt werden können. Die Bedürfnisse sind keine unwandelbar feststehende Größe. Sie sind von verschiedenen Faktoren abhängig: von der sozialen Stellung, der Gruppenzugehörigkeit, dem Streben nach Anerkennung etc.

Die Bedürfnisse sind unendlich groß. Also muss eine Auswahl getroffen werden, welche Bedürfnisse erfüllt werden. Die Mittel, mit deren Hilfe die Bedürfnisse erfüllt werden,  nennt man Bedarf. Anders ausgedrückt:

Bedarf ist ein mit Kaufkraft ausgestattetes Bedürfnis. Es handelt sich um die Mittel, die genutzt werden, um Bedürfnisse zu stillen.

Nun kann Bedarf aus zwei Quellen gedeckt werden. Zum einen kann man Mittel zur Bedürfnisbefriedigung selbst herstellen. Zum anderen kann man diese Mittel von anderen bekommen. Diesen zweiten Teil nennt man Nachfrage.

Nachfrage ist der Teil des Bedarfs, der am Markt wirksam wird.

Die Nachfrage kann man also nicht selbst herstellen. Halten wir also fest: Die Bedürfnisse sind unendlich groß. Ein Teil der Bedürfnisse wird mit Hilfe des Bedarfs gedeckt, und der Teil des Bedarfs, der nicht selbst hergestellt werden kann, heißt Nachfrage.

Bedürfnis, Bedarf und Nachfrage
Bedürfnis, Bedarf und Nachfrage

In der Abbildung entsprechen die Bedürfnisse den Flächen A, B und C.{{1}}[[1]]Dabei wurde aus Vereinfachungsgründen davon abgesehen, dass die Bedürfnisse unendlich groß sind. Dies hätte kaum auf das Blatt gepasst.[[1]] Der Bedarf erfüllt einen Teil der Bedürfnisse und entspricht der Größe der Flächen B und C. Der restliche Teil der Bedürfnisse (Fläche A) wird nicht erfüllt. Die Nachfrage, die wiederum ein Teil des Bedarfs ist, wird durch die Größe der Fläche C repräsentiert. Der Teil des Bedarfs, der der Fläche B entspricht, wird aus eigenen Mitteln gedeckt, also nicht von anderen gekauft.

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